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Jahrestagung 2010

19. Jahrestagung des Fachverband Biogas e.V. vom 02. bis 04. Februar 2010 in Leipzig


Mikrogasnetze und Gaseinspeisung – Genehmigungsauflagen aus energierechtlicher Sicht
Rechtsanwalt Dr. Martin Altrock
Wenn gemeinhin von einer Biogasanlage die Rede ist, bezeichnet man genau gesehen häufig ein Ensemble mehrerer Anlagenkomponenten. In der Praxis werden Konzepte entwickelt, bei denen die einzelnen Anlagenkomponenten räumlich entzerrt werden. So kann z.B. das Rohbiogas an einem von dem Ort der Gaserzeugung entfernten Ort genutzt werden, ohne in das Gasversorgungsnetz eingespeist zu werden, insbesondere direkt in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verstromt werden.
Praktische Erfahrungen im Anlagenmonitoring
Klaus Anduschus
Im Arbeitskreis Biogas des Maschinenring (MR) Kassel werden aktuell 80 Biogasanlagen betreut. Die Anlagen liegen in Hessen, NRW und Niedersachsen, zwischen Osnabrück, Hannover und Darmstadt. Die firmenunabhängige Biogasberatung über den Maschinenring entstand vor ca. 10 Jahren.
Eigenstrombedarf landwirtschaftlicher Biogasanlagen
Dr.-Ing. Mathias Effenberger, Rainer Kissel, Andreas Lehner, Dr. Andreas Gronauer
Für den Betrieb einer Biogasanlage wird Energie in Form von Strom und Wärme benötigt. Bei Messungen zeigen sich in der Praxis von Anlage zu Anlage deutliche Unterschiede im Prozessenergiebedarf.
Desintegrationsverfahren – Aufwand und Nutzen für die Biogaserzeugung
Dr. Eberhard Friedrich, Dr. Hannelore Friedrich, Dr. Karin Jobst, Björn Schwarz, Andre Wufka
Die Preisentwicklung für die meisten Rohstoffe der landwirtschaftlichen Biogasanlagen verläuft unterschiedlich. Die eingesetzten Substrate, wie z.B. Maissilagen, haben außerdem den Nachteil, dass aus landwirtschaftlicher und ernährungspolitischer Sicht eine unmittelbare Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung besteht. Mittel- und langfristig wird daher eine Fokussierung auf schwerer abbaubare Reststoffe aus Landwirtschaft und Landschaftspflege wie z.B. Stroh oder Grünschnitt erfolgen müssen.
Vergleich und Bewertung von Technologien zur Gärrestaufbereitung
Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Werner Fuchs, Dipl.-Ing. Frank Wäger, Dipl.-Ing. Roland Kirchmayr, Rudolf Braun, Bernhard Drosg
In der jüngeren Entwicklung der Bioenergie-Produktion zeigt sich ein Trend zur Errichtung von zentralen Biogasgroßanlagen bzw. Biogasanlagen-Parks. Bei Großanlagen im Megawatt-Bereich erweist sich die Verwertung der anfallenden Gärreste als eine der Hauptproblemstellungen. Gärrestmengen dieser Größenordnung lassen sich über die in Kleinanlagen übliche Praxis, den Gärrest als Dünger direkt auf den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen auszubringen, kaum mehr handhaben.
Grasvergärung – Erfahrungen aus einer Milchviehregion
Jens Geveke
Der Milchviehbetrieb ist genauso auf die Maissilage in der Nähe angewiesen wie die Biogasanlage auch. Gerade in Milchviehregionen findet sich jedoch eine andere Biomasse mit zudem oft großen Produktionsreserven: Das Grünland. Hier ist es möglich, große Mengen Biomasse ohne Konfliktpotential zu produzieren, denn häufig werden die späten Grasschnitte von den Milchviehbetrieben nicht benötigt.
Biogasnutzung im Satelliten-BHKW
Dipl.-Ing. Gottfried Gronbach, Rolf Kaplan
Eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Wärmetransport bieten Mikrogasleitungen, die sog. Satelliten-Blockheizkraftwerke (abgesetzte BHKW) mit Biogas versorgen. Da hier anstelle von Heißwasser Biogas transportiert wird, kann nahezu verlustfrei, eine deutlich höhere Distanz zurück gelegt werden.
Effizienzsteigerung durch optimierte Silierung
Jan Häbler, Ulrike Schimpf, Rainer Tölle
Während einer optimalen Silierung wird der aus den Pflanzenzellen stammende Zucker von Milchsäurebakterien möglichst verlustfrei zu einer Milchsäurekonzentration umgewandelt, die alle unerwünschten Prozesse nahezu zum Erliegen bringt. Im Rahmen des vom BMBF geförderten Biogas Crops Network wurde von 2005 bis 2008 zu Optimierungspotentialen bei der Silierung geforscht. Dabei untersuchte die Humboldt-Universität zu Berlin die physikalischen Zusammenhänge bei der Verdichtung von Häckselgut, während das Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte die Auswirkungen von Enzymapplikationen zum Siliergut prüfte.
Aktueller Stand der Diskussion zum Immissionsschutz bei der Biogaserzeugung
Dr. Markus Helm
Mit der seit Jahren stetig wachsenden Zahl von Biogasanlagen auf heute ca. 4.300 in Deutschland gewinnen die Themen Emissionen und Immissionsschutz zunehmend an Bedeutung. Für diese Betrachtung soll dabei nur auf die Emissionen über den Luftpfad eingegangen werden.
Treibhausgasemissionen landwirtschaftlicher Produktionssysteme
PD Dr. Antje Herrmann, PD Dr. Klaus Dittert
Die Landwirtschaft trägt zur Emission der klimarelevanten Spurengase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) insbesondere durch die pflanzenbauliche Bodennutzung und den damit verbundenen Düngereinsatz sowie die Wiederkäuerhaltung bei. Der Beitrag hat zum Ziel, die Emissionen der pflanzlichen und tierischen Produktion zu identifizieren und Potenziale zur Emissionsminderung aufzuzeigen.
Bedeutung der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung für die Biogas-Branche
RA Prof. Dr. Martin Maslaton
Am 24.08.2009 trat die Verordnung über Anforderung an eine nachhaltige Herstellung von flüssiger Biomasse zur Stromerzeugung (Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung - BioSt-NachV) in Kraft. Ziel des Verordnungsgebers war es, die Vergütung für die Stromerzeugung aus flüssiger Biomasse nach dem EEG 2009 von der Einhaltung ökologischer (und sozialer) Nachhaltigkeitsstandards abhängig zu machen.
Nachhaltige Produktion und Nutzung von Biogas: Quo vadis?
Dipl. Landschaftsökologin Susanne Köppen, Dr. Guido Reinhardt
Die stetig wachsende Zahl vor allem großer Biogasanlagen trägt zu Konflikten mit anderen Nachhaltigkeitszielen im Bereich Natur-, Boden- und Gewässerschutzes bei. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Fragestellungen zu den ökologischen Auswirkungen der Produktion und Nutzung von Biogas und gibt Empfehlungen, wie eine nachhaltige Biogasproduktion künftig gestaltet werden kann.
KAS-Merkblatt zu Biogasanlagen: Defizite bei der Auslegung, der Errichtung und dem Betrieb von Biogasanlagen
Prof. Dr. Thomas Schendler
Ursache für Schadensereignisse an Biogasanlagen sind die nicht immer ausreichende Berücksichtigung der brennbaren und giftigen Eigenschaften von Biogas sowie Konstruktionsmängel (Material, Statik, Dichtheit) an den Anlagen. Deshalb beschäftigten sich u. a. die Ausschüsse „Ereignisauswertung“ (AS-ER) und „Erfahrungsberichte“ (AS-EB) der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) mit dieser Problematik.
Möglichkeiten der Steigerung der Prozesseffizienz durch den Einsatz von Gärhilfsstoffen
Prof. Dr.-Ing. Frank Scholwin, Dr.-Ing. Jürgen Pröter, Prof. Dr. Michael Nelles, Dipl.-Ing. Nils Engler
Gärhilfsstoffe werden inzwischen in stark zunehmendem Maße, insbesondere in Anlagen zur reinen Vergärung von nachwachsenden Rohstoffen eingesetzt. Positive Wirkungen konnten wissenschaftlich nachgewiesen werden, die diesen Effekten zu Grunde liegenden Mechanismen sind jedoch nur teilweise bekannt. Daher soll in diesem Beitrag ein Überblick über die Möglichkeiten des Einsatzes von Gärhilfsstoffen und Alternativen dazu zur Steigerung der Prozesseffizienz gegeben werden.
Stand und Entwicklungen der Technologien zur Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität
Prof. Dr.-Ing. Frank Scholwin
Um einen Überblick über die aktuell verfügbaren und in Entwicklung befindlichen Technologien zu geben werden ausgehend von der Marktentwicklung die ökonomischen Rahmenbedingungen analysiert um abschließend den Entwicklungsstand verschiedener Technologien und deren Perspektiven zu betrachten.
Erfahrungsbericht aus dem Pionierprojekt und 5 Jahre Steuerung von Biomethanprojekten
Dr. Andreas Seebach
Im Jahr 2003 ist die RES Projects GmbH mit der Projektentwicklung und -steuerung zum Bau der ersten Biomethananlage Deutschlands mit Einspeisung von Biomethan ins öffentliche Erdgasnetz in Pliening gestartet.
Wann lohnt sich die Gaseinspeisung und worauf kommt es an?!
Dipl.-Ing Wolfgang Urban
Mit einer Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz ist eine räumliche und zeitliche Entkopplung zwischen Angebot und Nachfrage und damit eine sehr effiziente und bedarfsorientierte Biogasnutzung möglich. Allerdings ist dieser Nutzungspfad NICHT der Königsweg sondern eine mögliche Option, da hohe Aufbereitungs- und Netzanschlusskosten große Biogasanlagen erzwingen und der Anschluss an das Gasnetz nicht überall möglich ist.
Biogassubstrate - welche „Exoten“ haben Potenzial für die Zukunft
Dr. Armin Vetter
Für die Erzeugung von Biogas kommen zahlreiche Fruchtarten in Betracht. Ausschlaggebend für die Auswahl sind neben der Beherrschung des Produktionsverfahrens die Biogasausbeute, bezogen auf die organische Trockenmasse und die Kosten der Bereitstellung. Des Weiteren sind Fragen der Fruchtfolge, die Beeinflussung der Biodiversität, aber auch technologische Parameter, wie die Transportwürdigkeit, die Siliereignung und das Verhalten im Fermenter zu beachten.
Minimierung von Formaldehyd in BHKW-Anlagen - An sauberem (Ab)gas führt kein Weg vorbei
Dipl.-Ing. Stephan Waerdt
Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Januar 2009 und der darin enthaltenen Einführung des Emissionsminimierungsbonus, ist Formaldehyd (HCHO) in den Fokus von Biogasanlagebetreibern und der gesamten Biogasbranche gerückt.
Ergebnisse des Biogasmessprogramms
Peter Weiland
Die bei der vorletzten Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) im Jahr 2004 erfolgte erstmalige Einführung eines Bonus für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe hat nicht allein zu einem rasanten Ausbau der Biogaserzeugung geführt, sondern gleichzeitig die Entwicklung neuer Verfahrenskonzepte und innovativer Anlagentechniken ausgelöst.
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